Die Geschichte der Computertechnik

Wo die Geschichte der Computertechnologie beginnt, kann man eigentlich gar nicht festlegen. Ohne die Erfindung von Schrift, Symbolen oder Zahlen wäre sie wahrscheinlich niemals erfolgt. So gesehen, können wir bereits die Zahlensysteme der Babylonier oder Ägypter als Vorbedingung zur Erfindung von Computern ansehen.

Vom Rechenbrett zur Lochkartenmaschine

Schon die Perser oder alten Griechen verwendeten ein Rechenbrett. Aber es waren natürlich die Römer, die den Abakus erfanden. In China wurde er perfektioniert. Es folgten die Erfindung dezimaler Zahlensysteme oder des logarythmischen Rechenschiebers. Im Jahre 1623 erfand ein gewisser W. Schickhard die erste Rechenmaschine, die sechsstellige Operationen in den Grundrechenarten bewältigen konnte – damals noch mit Hilfe Zahnradgetrieben und automatischem Übertrag der Zehnerwerte. Diese Innovation überholte 1642 Blaise Pascal mit einer Rechenmaschine, die achtstellige Additionen bewältigte. Das wiederum inspirierte 1673 Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz dazu, ein multiplizierende Rechenmaschine mit Staffelwalze zu erfinden. Das duale Zahlensystem erfand er gleich mit. Matthäus Hahn baute 1778 eine brauchbare 4-Spezies-Rechenmaschine, Charles Babbage aus England konterte 1822 mit einem programmgesteuerten Rechenautomaten mit einem relativ großen Speicher und einem Rechenwerk. Dummerweise fehlten damals aber die technischen Möglichkeiten, die Idee in einen funktionierenden Apparat umzusetzen. Die elektromechanische Lochkartenmaschine, die H. Hollerith wenig später konstruierte, bestand die Feuerprobe bei einer Volkszählung glänzend.

Vom Rechenautomaten zum Computer

Erst anno 1941 konnte Konrad Zuse einen programmgesteuerten Rechenautomaten zusammenbasteln, der tatsächlich funktionierte. Schon 1944 markierte der erste programmgesteuerte Rechenautomat in den USA eine nutzbare Weiterentwicklung. Der Harvard MARK I, den Howard H. Aiken konstruierte, hatte 72 Addierwerke, von denen jede bis zu 23 Dezimalstellen berechnen konnte. Um das Gerät zu bauen, benötigte er 700.000 Einzelteile. Zwei Jahre später gab es bereits eine vollständig elektronische Rechenanlage: Den ENIAC von J. Eckert und J. Mauchly. Eingebaut waren 18.000 Elektronenröhren. Die konnten ab 1953 durch Halbleiter-Transistoren abgelöst werden – und damit beginnt die zweite Stufe der Compuuter-Entwicklung. Man konnte nun massenweise Transistoren herstellen und somit die industrielle Herstellung von Computern einläuten. Einen weiteren Entwicklungschritt stellten ab 1962 winzige Transistoren in der Größe eines Salzkristalls dar. Damit konnten ab 1971 sogar Taschenrechner bestückt werden. Die nächste Computergeneration bediente sich integrierter Schaltkreise und Halbleiter-Arbeitsspeicher. Man hatte mittlerweile eine Rechengeschwindigkeit von 10 Millionen Additionen pro Sekunde und eine vergleichsweise gigantische Speicherkapazität erreicht. Zugleich wurden die Computer immer kleiner, während ihre rechnerischen Kapazitäten immer größer wurden.

Innovationen ohne Ende

So sahen die Anfänge der modernen Computer aus. Foto: © leiana - Fotolia.com

Seit 1987 arbeitet man an intelligenten Computern. Zielvorgaben sind beispielsweise eine Programierung durch Sprache. Man befasst sich neben technischen Details auch mit künstlicher Intelligenz. Für die Erfindung der integrierten Schaltung erhielt Jack St. Clair Kilby 2000 den Physik-Nobelpreis. Ohne diese Erfindung hätte nämlich der Mikrochip-Prozessor nicht entwickelt werden können. Die Firmen Intel und Texas Instruments lieferten sich einen Wettlauf um die Entwicklung der Mikroprozessoren. Intel behielt die Nase vorn. Texas Instruments verschlief trotz guter Patent-Einnahmen den Anschluss an die Entwicklung von Innovationen. Der Name Steve Jobs taucht erstmal 1976 auf. Damals bastelten zwei Ingenieurstudenten einen PC zusammen und vermarkteten ihn selbst, weil niemand sich dafür interessierte. Apple setzt bis heute Standards. Den Durchbruch des Personal Computers läutete aber IBM ein. Mit Intel-Prozessoren und Microsoft- Betriebssystem war auch ein Standard geboren, der bis heute Maßstäbe setzt. Schon bald konnte jeder sich einen PC leisten. Microsoft und Intel dominierten als Technologieführer den Markt. Heute ist der technologische Standard beim PC mit Multimediatools wie Grafik- und Soundkarte, Designtools und Video-Abspielmöglichkeiten für jeden erschwinglich.